Nationale Anforderungen an Lüftungsanlagen

Bauordnungsrecht
Aufgrund der förderalen Struktur haben in Deutschland die sechzehn Bundesländer ein Selbstbestimmungsrecht in ihren Kompetenzbereichen, zu denen auch das Bauordnungsrecht gehört. Daher sind für den Brandschutz in Lüftungsanlagen insbesondere folgende Richtlinien zu beachten:

  • Landesbauordnung basierend auf der Musterbauordnung (MBO) 
  • Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie 09/2005 (M-LüAR)
  • Baurechtlich eingeführte Lüftungsanlagen-Richtlinien der Bundesländer.

Darüber hinaus kann in entsprechenden Bauvorhaben über die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes die erforderlichen projektspezifischen Schutzziele, die ggf. von der Lüftungsanlagen-Richtlinie abweichen können, definiert werden. Die Umsetzung dieser projektspezifischen Schutzziele muss durch den Fachplaner Lüftung in Abstimmung mit dem Ersteller des Brandschutzkonzeptes und der zu genehmigenden Behörde erfolgen.

Baurechtliche Schutzziele gemäß Musterbauordnung
Für den Brandschutz beschreibt die Musterbauordnung im Wesentlichen die zu erfüllenden baurechtlichen Schutzziele im §14 MBO 2002. Außerdem werden Anforderungen, denen Lüftungsanlagen genügen müssen, im §41 MBO 2002 definiert:

  • Lüftungsanlagen müssen betriebssicher und brandsicher sein; sie dürfen den ordnungsgemäßen Betrieb von Feuerungsanlagen nicht beeinträchtigen.
  • Lüftungsleitungen sowie deren Bekleidungen und Dämmstoffe müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Brennbare Baustoffe sind zulässig, wenn ein Beitrag der Lüftungsleitung zur Brandentstehung und Brandweiterleitung
    nicht zu befürchten ist.

Brennbare Baustoffe sind jedoch nicht zulässig für Lüftungsleitungen:

  • in notwendigen Treppenräumen, in Räumen zwischen den notwendigen Treppenräumen und den Ausgängen ins Freie, in notwendigen Fluren, (…) 
  • über Unterdecken, die tragende Bauteile brandschutztechnisch schützen müssen 
  • die Luft mit Temperaturen von mehr als 85 °C fördern
  • sich im besonderen Maße brennbare Stoffe ablagern können (z. B. Abluftleitungen für gewerbliche Küchen, Raumlüftungsanlagen in holzverarbeitenden Betrieben).

AESTUVER Lx Brandschutzplatten sind auf Grundlage der DIN EN 13501-1 klassifiziert. Sie entsprechen der Baustoffklasse A1 (nichtbrennbar) und entsprechen somit den Anforderungen gemäß Musterbauordnung.

Erforderliche Verwendbarkeitsnachweise
Die Konformität von Bauprodukten gemäß §17 MBO 2002 (Bauprodukte) bzw. Bauarten gemäß §21 MBO 2002 (Bauarten) wird in der Regel über vier Arten von Verwendbarkeitsnachweisen dokumentiert. Der Einsatz bzw. die Verwendung wird in den jeweiligen Dokumenten genau definiert:

  • allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ bzw. Allgemeine Bauartengenehmigung)
  • allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP)
  • vorhabenbezogene Bauartgenehmigung durch die oberste Baubehörde
  • Europäisch Technische Bewertung (ETA)

Eine genaue Zuordnung der erforderlichen Verwendbarkeitsnachweise sowie maßgeblichen Regeln der Technik für den Bereich der Lüftungsleitungen findet man in der Bauregelliste, die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) herausgegeben wird.

AESTUVER Lx Brandschutzplatten gehören zu den nicht geregelten Bauprodukten und verfügen als baurechtlichen Verwendbarkeitsnachweis über:

  • allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse
  • Europäisch Technische Bewertung.*

Grundlage hierfür sind umfangreiche Bauteilprüfungen nach EN1366-1 (Lüftung) sowie EN1366-8 (Entrauchung).

Geltungsbereich
Für Lüftungsanlagen, an die gemäß §41 MBO 2002 Anforderungen bezüglich des Brandschutzes gestellt werden, gilt zudem die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie 09/2005 (M-LüAR). Hiervon sind betroffen:

  • Gebäude mit mehr als zwei Nutzungseinheiten 
  • Gebäude mit Nutzungseinheiten von insgesamt mehr als 400 m² 
  • Gebäude mit einer Höhe (Oberkante Fußboden oberster Aufenthaltsraum) von mehr als 7 m
  • Alle Sonderbauten

Die konstruktionsbezogene Umsetzung aller Anforderungen zur Erfüllung des Brandschutzes erfordert ein hohes Maß an fachgerechter Planung und insbesondere die sorgfältige und ordnungsgemäße Ausführung. Planungsmängel im Brandschutz führen in der Regel zu weitreichenden Nachbesserungsmaßnahmen, die baulich oft nur schwer oder unter großem Zeit- und Kostenaufwand zu beheben sind. Daher ist es wichtig mit kompetenten Partnern die Lösungen frühzeitig im Planungsprozess zu erarbeiten und zu begleiten.

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